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The Indonesian Intellectual Property Service

Patentübersetzung ist entscheidend!

Wir möchten Sie hiermit auf ein der wichtigsten Punkte bei einer Patentanmeldung im Ausland aufmerksam machen, nämlich die Patentübersetzungen.

Bei einer Patentanmeldung im Ausland wird das anzumeldete Patent auf Zielsprache (Landessprache) übersetzt. Im Fall Indonesien, ein Patent muss erstmal auf englisch übersetzt werden, dann von englisch wird es auf indonesisch (Zielsprache) übersetzt. Das englische Original wird als Anlage zu der indonesischen Fassung angefügt und zusammen zum Patentamt abgegeben.

Ein idealer Übersetzungsprozess eines Patents besteht aus zwei Phasen. Erstens, eine wörtliche Übersetzung einer Patentspezifikation. Zweitens, ein Nachlesen, um Übersetzungsfehler zu finden und gleichzeitig ein Korrigierungsprozess der übersetzten Texte durchzuführen. Die zweite Phase nennt man auch als ein Proofreading.

Die Genauigkeit einer Patentübersetzung, besonders für claims (Ansprüche), ist für die Qualität eines Patents sehr bedeutend, und ist sogar sehr entscheidend im Falle eines Patentstreits. Weiterhin, die Genauigkeit einer Patentübersetzung hängt nicht nur von der technischen Übersetzungsfertigkeit eines Übersetzers, aber besonders von dem technischen Verständnis eines Proofreaders ab.

Ein Proofreader sollte technische Kenntnisse des zu übersetzten Patents besitzen, um das Patent technisch zu verstehen. Deshalb, bei einer Patentübersetzung im Ausland sollte der/die Proofreader idealerweise derjeniger/diejenige Patentanwalt/-anwältin sein, der/die für die Patentanmeldung zuständig ist, oder zumindest ein Verantwortlicher für eine Patentanmeldung mit genügenden technischen Kenntnissen im jeweiligen technischen Bereich eines Patents.

Ein anderes wichtigeres Problem bei einer Patentübersetzung im Ausland ist, dass es einem Zweifel entsteht, ob es überhaupt ein Proofreading dürchgeführt wurde. Bei vielen Patentübersetzungsfällen, wegen fehlender technischen Kenntnisse, wurde kein Proofreading dürchgeführt. Manche Patente wurden nur wörtlich übersetzt, ohne Rücksicht auf die technischen Sinne.

Mit einem Artikel auf japanischem Intellectual Property Management Magazin (Chizai Kanri)*) haben wir japanische Firmen, mit einem realen Beispiel, auf diesem Thema aufmerksam gemacht. Vor kurzem, im Auftrag einer japanischen Firma, haben wir ihre eigene in Indonesien angemeldete Patente nachgeprüft, das sogenannte Translation audit. Das Ergebnis: alle Stichproben, die wir untersucht haben, waren fehlerbehaftet. Besonders auffällig waren die Übersetzungsfehler infolge mangelnder technischen Kenntnisse.

Oben genannte Fehler waren typisch bei einer Patentanmeldung, wo der/die zuständige IP Attorney keinen technischen Ausbildungshintergrund gehabt hat und/oder der Übersetzungsprozess auf dem Übersetzer selbst überlassen.

In Indonesien, nur zwischen 5 – 10% von 500ter IP Attorneys, die die universitäre technische Ausbildung haben, und diejenige mit einer Arbeitserfahrung im technischen Bereich sind noch viel weniger.

*) Muluk, Rohaldy;日本企業のインドネシア特許戦略― これでいいのか?, Intellectual Property Management (Chizai Kanri) Magazin vol. 62 No. 1 (No.733), Japan (2012), ein Magazin von Japan Intellectual Property Association (JIPA).

(Dipl.-Ing. Rohaldy Muluk, Patentanwalt und Partner bei Patentawaltskanzlei ChapterOne-IP)